IV. Zur allgemeinen Geschichte in chronologischer Darstellung

veröffentlicht B. Schmeidler ( 687) einen Vortrag, den er im Historischen Verein für Niedersachsen gehalten hat und -- jedoch nicht allein territorial für Niedersachsen, sondern umfassend -- mit wissenschaftlicher Begründung künftig einmal in einem Werke über »Deutsches Königtum und Fürstentum in der ma. Kaiserzeit« zu bringen beabsichtigt. Er schildert darin den historischen Gegensatz zwischen Norden und Süden, der für die staatliche Gestaltung Deutschlands bestimmend wurde. -- Von Herzog Christian dem Jüngeren zu Braunschweig und Lüneburg (1599--1626) lag bisher keine vollständige Biographie vor Die


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wenigen veröffentlichten Lebensabrisse waren entweder unkritisch oder brachten eine tatsächliche Darstellung, der die psychologische Begründung des Charakterbildes fehlte. Im Gegensatz zu dem ablehnenden Urteil neuerer Kritik sucht H. Ritter von Xylander ( 822) in seiner Jenaer Dissertation dem Gesamturteil über die Erscheinung des tollen Christian eine andere Richtung zu weisen. Auf Grund sorgfältiger Studien gedruckter und ungedruckter Quellen wird ihm dieser »ungeistliche Bischof eine Persönlichkeit von guten politischen und militärischen Anlagen, von innerem Schwung und unantastbarer Ehrlichkeit des Wollens«. -- W. Klinsmann ( 835) gibt eine »Geschichte der Herzogtümer Bremen und Verden in den Jahren 1648 bis 1653«. Der Westfälische Friede hatte die Hochstifter der Krone Schweden als weltliche Herzogtümer überlassen. Diese machte dem Mitregierungsrecht der bremischen Landstände ein Ende und drückte ihr unumschränktes Besatzungsrecht in Stadt und Land durch. Dann ging sie an die Neuordnung der Behörden. Zum Schluß behandelt der Verfasser das Verhältnis des Herzogtums zum Reich, zur Stadt Bremen -- Streit um deren Reichsunmittelbarkeit -- und zum niedersächsischen Kreise.


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