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1933-34

VI.Von Ludwig II. bis zur Gegenwart.

Benedeks Generalstabschef vom Jahre 1866, Feldmarschalleutnant Freiherr von  Henikstein, gilt eine kurze Studie des Münchner Heereswissenschaftlers Eugen von Frauenholz < 1568>. Dieser konnte aus den nachgelassenen Papieren des Österreichers, die sich im Besitz des Enkels, Oberstleutnant Freiherrn von  Henikstein, in Salzburg befinden (32 Schriftstücke), nachweisen, daß der Feldmarschalleutnant, im Gegensatz zu der offiziösen Darstellung der amtlichen Wiener Zeitung vom 8. Dezember 1866, die volle Mitverantwortlichkeit für den unglücklichen Ausgang des österreichischen Feldzuges in Böhmen gegenüber der Untersuchungskommission, vor die Benedek, H. und Generalmajor Krismanič im Herbst 1866 gestellt wurden, übernommen hat. F. hat ferner


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nachgewiesen, daß H. gegen seinen Willen 1864 zum Chef des Generalstabs ernannt wurde, ebenso wie Benedek 1866 zum Führer der österreichischen Nordarmee. Seine Vorschläge, die militärisch Österreich eine ganz andere Widerstandskraft gegeben hätten, als sie 1866 zu verspüren war, wurden nicht angenommen. Das tragische Ergebnis der Untersuchung ist, daß die beiden führenden Generäle der k. k. Nordarmee 1866 fehl am Platz waren, dies wußten, sich dagegen wehrten, vom Kaiser jedoch befohlen wurden, gehorchten und hierauf, wie sie selbst erwarteten, für diese notwendigerweise technisch, nicht moralisch unzureichende Pflichterfüllung zur Verantwortung gezogen wurden.


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